Was versteht man unter Refraktive Chirurgie?
Unter dem Begriff „Refraktive Chirurgie“ versteht man die Gesamtheit der operativen Verfahren, mit dem Ziel, Fehlsichtigkeiten zu korrigieren.
Ziel der Refraktiven Chirurgie:
Durch den operativen Eingriff an Hornhaut oder Linse wird angestrebt, den Brechkraftfehler so zu korrigieren, dass Lichtstrahlen bzw. Bilder künftig ohne zusätzliche optische Hilfsmittel, wie Brille oder Kontaktlinsen, scharf auf der Netzhaut abgebildet werden können.
Vorteile:
- Kein Rutschen oder Beschlagen der Brille
- keine Einschränkungen des Blickfeldes
- keine tränenden Augen oder allergische Reaktionen durch das Tragen von Kontaktlinsen
- Der Eingriff ist so gut wie schmerzfrei, unblutig und dauert für ein Auge etwa 10 Minuten.
Allgemeine Voraussetzungen
- Sehfehler im Bereich von -10,0 Dioptrien bis +5,0 Dioptrien
- Jede Fehlsichtigkeit sollte mind. 12 – 18 Monate stabil sein
- Mindestalter des Patienten 18 Jahre
- Keine Behandlung während Schwangerschaft oder Stillzeit
- Bei Allergikern sollte die Operation in eine allergiefreie Zeit gelegt werden
- Bestimmte Medikamente haben Einfluss auf die Heilung der Hornhaut. Hier muss eine individuelle Abstimmung erfolgen
Bedenken gegen einen chirurgischen Eingriff bestehen grundsätzlich bei folgenden Personengruppen:
- Personen mit einer instabilen Fehlsichtigkeit, z.B. Jugendliche, bei denen das Wachstum des Auges noch nicht abgeschlossen ist
- Fehlsichtigkeiten, die sich innerhalb eines Jahres um mehr als 10 verändert haben
- Personen mit Benetzungsstörungen der Hornhautoberfläche, d.h. bei unzureichendem Tränenfilm sowie bei Personen mit Einäugigkeit
- Augenerkrankungen, z.B. virusbedingte Hornhautentzündungen, grauem Star (Katarakt), grünem Star (Glaukom)
- Allgemeinerkrankungen, wie z.B. Rheuma, Wundheilungsstörungen oder Stoffwechselkrankheiten.
Warum kann bei Kindern die Fehlsichtigkeit nicht mittels Laser korrigiert werden?
Das Wachstum des Auges ist erst nach der hormonellen Umstellung abgeschlossen, also um das 20. Lebensjahr. Deshalb erzielen Korrekturen vor diesem Zeitpunkt in der Regel kein stabiles Ergebnis. Es könnten Nachkorrekturen notwendig und durch mehrere Eingriffe auch die Hornhaut geschädigt werden.
Für den Eingriff sind wichtig:
- korrekte Indikationsstellung
- ausführliche präoperative Diagnostik
- Wahl des individuell am besten geeigneten Verfahrens
- eine ausführlichen Aufklärung des Patienten
