In 30 Minuten eine neue Hornhaut mittels Lasertechnik (Keratoplastik)

Mit dem Femtosekundenlaser lässt sich das Gewebe extrem exakt und praktisch ohne Wärmeentwicklung schneiden. Dieses Gerät wurde bisher schon lange zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten in der refraktiven Chirurgie eingesetzt. Erst jetzt hat aber die Charlottenklinik auch die Zulassung dafür erhalten, den Laser für Hornhauttransplantationen zu nutzen.

Noch geht es um den Austausch ganzer Hornhautscheibchen (perforierende Hornhauttransplantation). Künftig soll das Therapieverfahren aber noch mehr verfeinert werden. Der Laser soll auch dazu eingesetzt werden, nur erkrankte Teilbereiche bzw. Schichten der Hornhaut zu ersetzen (lamelläre Transplantation).

Gründe für einen solchen Eingriff an der Hornhaut sind:

  • Keratokonus,  eine seltene, angeborene Erkrankung der Hornhaut
  • Entzündungen der Hornhaut
  • Unfälle
  • Herpesinfektionen
  • Vernarbungen

Die Kosten für diesen Eingriff werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Eingriff dauert nur rund 30 Minuten und ist meist unkompliziert. Dennoch ist ein vier- bis sechstägiger stationärer Aufenthalt notwendig. Auch die Rehazeit ist bei einer Hornhauttransplantation im Gegensatz zur normalen Laserbehandlung vergleichsweise lang. Diese dauert einige Wochen, denn eingesetzte Hornhäute weisen zunächst noch Wassereinlagerungen und Fältchen auf. Deshalb dauert es so lange, bis der Patient klar sehen kann. Nach rund einem Jahr werden die Fäden dann ambulant gezogen.

Die eingesetzten Hornhäute stammen von verstorbenen Spendern und müssen von Hornhautbanken angefordert werden. Die Wartezeit für eine typisierte/gematchte  Hornhaut, die mit den Merkmalen des Empfängers übereinstimmt, kann ein halbes Jahr bis zwei Jahre dauern. Abstoßungsreaktionen sind aber sehr selten und für die meisten Patienten genügt ein untypisiertes Gewebetransplantat, das wesentlich rascher verfügbar ist. Es werden ausschließlich Hornhäute von zertifizierten Hornhautbanken in Deutschland verwendet. Längerfristig ist geplant, eine eigene Hornhautbank für die Region Stuttgart aufzubauen.